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Geschichte des Vereins

Verbundenheit über Generationen:

Die Gemeinschaft der ehemaligen Schülerinnen und Schüler, der 1905 gegründete Altherrenverband


Der Umzug des Großherzoglichen Gymnasiums im Juli 1899 aus den Räumen des ehemaligen Jesuitenkollegs an der Jesuitenkirche in das neue Gebäude am Wasserturm erfolgte zu einer Zeit, in der die Stadt Mannheim ihr zweites goldenes Zeitalter erlebte. Die Euphorie dieser Jahre, der Unterricht in der prächtig und modern ausgestatteten neuen Schule sowie die Erwartung einer erfolgreichen beruflichen Zukunft als Absolventen eines Gymnasiums verstärkten unter den Gymnasiasten das Selbstbewusstsein und gleichermaßen auch das Zusammengehörigkeitsgefühl. Es lag daher nahe, die Gemeinschaft unter den Schülern des Gymnasiums auch nach der Schulzeit in einer den einzelnen Klassenverband überschreitenden Absolventen-Vereinigung zu pflegen.


Im Jahr 1901 unternahm Oskar Wacker einen ersten Versuch zur Bildung eines Verbandes ehemaliger Schüler des Gymnasiums, scheiterte aber mit diesem Vorhaben. Den Abiturienten des Jahres 1905 gelang es dann endlich, einen entsprechenden Verein zu gründen. Die Initiative hierzu ging von Joseph Ahlhaus aus, als weitere Mitbegründer werden Robert Butschillinger, Adolf Elsässer, Joseph Gentil und Florian Waldeck genannt. Man orientierte sich am Vorbild der Studentenverbindungen, deren Mitglieder nach Abschluss des Studiums als „Alte Herren“ bezeichnet wurden und auch heute noch werden, und gab dem Verein den Namen „Alt-Herren-Verband des Karl-Friedrich-Gymnasiums Mannheim“.


Die Ursache für das Misslingen der Gründung im Jahr 1901 ist nicht überliefert. Ein Blick in die neue Schulordnung des Karl-Friedrich-Gymnasiums aus dem Jahr 1905 lässt allerdings vermuten, dass der erste Gründungsversuch 1901 von den Abiturienten ohne Abstimmung mit der Schulleitung unternommen wurde und daher zu Unstimmigkeiten führte. Denn ein in die Schulordnung neu aufgenommener § 27, der die Gründung von Vereinen mit Bezug zum KFG regelt, lautet: „Die Gründung von Vereinen und Vereinigungen zu irgend welchen Zwecken unter den Schülern und der Beitritt von Schülern zu solchen, sowie die Beteiligung von Schülern an der Herausgabe und Verbreitung von Druckerzeugnissen jeder Art, ferner die Veranstaltung oder Vornahme von Sammlungen unter den Schülern zu irgend welchem Zweck sind ohne besondere Genehmigung des Unterrichtsministeriums untersagt.“

 

Aus der Gründungszeit und dem ersten Jahrzehnt des Bestehens des neuen Verbandes gibt es nur wenige Dokumente. Es ist überliefert, dass die Gründungsversammlung in der alten „Bäckerinnung“ stattfand, nicht jedoch, wer in den Jahren nach der Gründung den Vorsitz im Alt-Herren-Verband übernahm und wie der Vorstand zusammengesetzt war. Auch das exakte Gründungsdatum ist nicht bekannt. Da die Unterlagen des Mannheimer Vereinsregisters in den Flammen des zweiten Weltkrieges vernichtet wurden, ist auch nicht zu erfahren, ob und wann der Verein am Registergericht angemeldet wurde. Die Gründung des Verbandes kann daher nur anhand der gedruckt vorliegenden Ansprachen anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Verbandes, das am 4. und 5. Oktober 1930 gefeiert wurde, auf Oktober 1905 datiert werden. Aus der bei dieser Feier gehaltenen Ansprache des Geheimen Hofrates Wilhelm Caspari, des Vorsitzenden des Verbandes geht auch hervor, dass der Alt-Herren-Verband bis zum ersten Weltkrieg auf 320 Mitglieder angewachsen, in den Kriegsjahren jedoch jegliche Vereinstätigkeit zum Erliegen gekommen war. Das Weiterbestehen des Vereins zeigte sich in dieser Zeit nur in einem Sparkassenbuch, dessen Bestand von 329 alter Goldmark auf 64,59 Reichsmark des Jahres 1930 abgewertet wurde.


Nach dem Krieg musste mit der Vereinsarbeit neu begonnen werden. Es ist anzunehmen, dass der Verband erst 1922 richtig Auftrieb erhielt, als Wilhelm Caspari nach seinem Ausscheiden als Direktor des Karl-Friedrich-Gymnasiums den Vorsitz übernahm, den er bis zu seinem Tode im Jahre 1943 beibehielt. Durch eifriges Werben stieg die Zahl der Mitglieder von 1923 bis 1930 auf 840. Aus den Jahren 1926 und 1928 sind Mitgliederverzeichnisse erhalten, die Aufschluss über Mitgliederzahl und Vereinsstruktur geben. Die Mitgliederliste des Jahres 1926 zeigt, dass noch 21 Jahre nach Gründung des Verbandes nahezu die Hälfte der Mitglieder ihr Abitur vor dem Gründungsjahr abgelegt hatten, der Älteste, Geheimer Regierungsrat Ludwig Mathy sogar schon 1868. Dem Verband gehörten 1926 insgesamt 623 Mitglieder an, davon nur 320, die 1905 oder später ihr Abitur abgelegt hatten. Unter den 320 Ehemaligen der Abiturjahrgänge 1905 bis 1926 befanden sich 10 Frauen; dies scheint wenig zu sein. Die Mehrzahl der Abiturientinnen war offensichtlich erst später zum Eintritt in den Altherrenverband bereit, denn in einer Zusammenfassung der Mitgliederverzeichnisse von 1926 und 1964 findet man 27 ehemalige Schülerinnen aus der Zeit zwischen 1906 und 1926, darunter die beiden ersten, mit Mädchennamen Elisabeth Dietz und Toni Fischer, die am 14. Juli 1906 ihr Reifezeugnis erhielten und auch in diesem Jahr dem Verband beitraten. Bei einem kursorischen Vergleich der Jahrgangszahlen in den alten Schuljahresberichten und den Mitgliederlisten des Altherrenverbandes gewinnt man den Eindruck, dass prozentual wesentlich mehr Mädchen als Knaben „Alte Herren“ wurden, oft alle in einem Jahrgang.


Von Anbeginn seines Bestehens gehörte zu den Zielen des Verbandes neben der Pflege der Geselligkeit unter den ehemaligen Schülern besonders auch die Unterstützung der Schule in ideeller und materieller Weise. Aus den Jahren vor 1914 sind mehrere Presseberichte über Spenden des Alt-Herren-Verbandes an das Karl-Friedrich-Gymnasium erhalten. So heißt es im Bericht über das Spielfest des Großherzoglichen Karl-Friedrich-Gymnasiums anlässlich des Geburtstages des Großherzogs im Jahr 1912. „Am Schluss nahm Herr Direktor Caspari die Preisverteilung vor. Als Spende des Alt-Herren-Verbandes des Mannheimer Gymnasiums, der sein Interesse für das Karl-Friedrich-Gymnasium auch bei dieser Gelegenheit wieder auf eine schöne Weise bekundete, hat man 12 hübsche Preise für die Sieger der Einzelwettkämpfe aussetzen können.“


Für die Zeit ab Beginn des ersten Weltkrieges bis zur Mitte der Zwanzigerjahre liegen keine Dokumente über das Wirken des Alt-Herren-Verbandes vor. Allein die Aussagen von Hofrat Wilhelm Caspari in seiner Ansprache zum 25-jährigen Bestehen des Verbandes geben einen kleinen Überblick über die Mitgliederentwicklung. Auch auf die Archivbestände des Alt-Herren-Verbandes kann nicht mehr zurückgegriffen werden, da dieses Archiv den Bomben des zweiten Weltkrieges zum Opfer gefallen ist. Als eines der wenigen Dokumente liegt die Einladung des Karl-Friedrich-Gymnasiums zur Einweihungsfeier der vom Alt-Herren-Verband gestifteten Gedenktafeln für die im Weltkrieg 1914 bis 1918 gefallenen Lehrer und Schüler der Anstalt vor, in der sich erstmals nach langer Zeit wieder ein Hinweis auf die Tätigkeit des Verbandes findet. In der Feier am Samstag, dem 31. Oktober 1925 in der Vorhalle des Gymnasiumsgebäudes enthüllt der Vorsitzende des Alt-Herren-Verbandes Geh. Hofrat Caspari die Tafeln und übergibt sie an den Direktor der Schule Dr. Hermann Rieger. In der zweiten Hälfte der Zwanzigerjahre sind ein Aufblühen der Verbandstätigkeit und auch das Bemühen des Vereins um höhere Mitgliederzahlen zu erkennen. Die Mitgliederverzeichnisse aus den Jahren 1926 und 1928 geben hiervon ein deutliches Zeugnis.


Ein erster Höhepunkt der Verbandsgeschichte war das „Stiftungs- und Wiedersehensfest des Alt-Herren-Verbandes des Mannheimer Karl-Friedrich-Gymnasiums“ das am 4. und 5. Oktober 1930 aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Vereins in den Räumen des Friedrichsparks gefeiert wurde. Die Festansprachen des Verbandsvorsitzenden, Hofrat Wilhelm Caspari sowie des Rechtsanwalts Joseph Gentil als Sprecher der ehemaligen Schüler und des Direktors Dr. Hermann Rieger liegen in gedruckter Form vor und vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Einstellung zur humanistischen Bildung in damaliger Zeit. Die Jubiläumsfeier, über die auch in der Presse ausführlich berichtet wurde, wirkte offensichtlich auch als Signal für ein reges Verbandsleben im folgenden Jahrzehnt. In Jahresberichten wird nun ausführlich über die Jahresversammlungen informiert, daneben enthalten die Berichte auch Übersichten über die im zurückliegenden Jahr stattgefundenen Zusammenkünfte, Vortragsveranstaltungen und Ausflüge. Zu erwähnen ist aus dem Jahresbericht 1933/34, dass das Ende des Verbandsjahres auf das Ende des Kalenderjahres 1934 verlegt wurde, und aus der Mitgliederversammlung am 26. Januar 1938, dass ab nun der jeweilige Direktor des Gymnasiums in den Vorstand berufen werden soll, um das Gymnasium enger mit dem Verband zu verknüpfen. Direktor Dr. Krakert war der erste Schulleiter, der Mitglied im Vorstand wurde. Zum Ende des Jahrzehnts erscheint noch einmal ein Jahresbericht, dann wird es still um den Alt-Herren-Verband. Der zweite Weltkrieg fordert auch hier seinen Tribut.


Die erste Mitgliederversammlung nach dem Krieg und nach der „Wiedererrichtung des Verbandes“ fand am 20. März 1950 im Nebenzimmer des Schlosshotels in Mannheim statt und erstmals nach zehnjähriger Unterbrechung erschien für die Jahre 1949/1950 wieder ein Jahresbericht des Verbandes. Erhebliche Vorarbeit musste hierzu geleistet werden, denn die alte noch von Geheimrat Caspari angelegte Mitgliederkartei erwies sich weitgehend als unbrauchbar, da von 1000 Anschriften nur etwa 150 noch stimmten. Trotzdem war es gelungen, bis März 1950 wieder über 300 Mitglieder zu sammeln, von denen 48 an dieser ersten Mitgliederversammlung teilnahmen. Finanziell war der Verband jetzt mehr denn je auf die Zahlungsbereitschaft seiner Mitglieder angewiesen. Die Währungsreform hatte das laufende Konto zum Verschwinden gebracht, das Vermögen in Form eines Wertpapierdepots war eingefroren. Dennoch fasste die Mitgliederversammlung in dieser ersten Versammlung den bis heute noch nachwirkenden Beschluss, ab sofort alljährlich zwei neue Abiturpreise zu vergeben: Den Wilhelm Caspari-Gedächtnispreis, der in Gestalt eines wertvollen Buches an den Abiturienten mit den besten Leistungen in den klassischen Sprachen zu vergeben sei, und den Hermann Gropengießer-Gedächtnispreis für den Abiturienten mit hervorragenden Leistungen in Geschichte und Geographie.


Ab 1950 ging es mit dem „Altherrenverband“ kräftig aufwärts. Von nun an wählt man auch eine neue Schreibweise des Vereinsnamens! Während der Verein im Jahresbericht 1949/50 noch den Namen Alt-Herren-Verband trägt, heißt er im Jahresbericht 1951 erstmals und bis heute Altherrenverband. Ein Beschluss hierzu ist nicht dokumentiert, offensichtlich geschah die Umwandlung des Namens im Zusammenhang mit der „Wiedererrichtung des Verbandes“. Regelmäßig erscheinen jetzt Jahresberichte des Altherrenverbandes. Die Berichte 1951 bis 1953 enthielten auch den Bericht des Direktors des Karl-Friedrich-Gymnasiums über das jeweils abgelaufene Schuljahr, da die Schule zur Herausgabe eines Jahresberichtes finanziell selbst nicht in der Lage war. Doch bereits im Jahresbericht 1951 des Altherrenverbandes wird die Absicht des Vereins bekundet, möglichst viele der Aufgaben, die vor dem Kriege zum Programm des Verbandes gehörten, bald wieder zu übernehmen, darunter auch eine Beihilfe an die Leitung des Gymnasiums zur alljährlichen Drucklegung eines Jahresberichtes. Schon auf der Jahresversammlung am 26. März 1954 konnte beschlossen werden, diesen Zuschuss erneut zu gewähren, sodass für das Schuljahr 1953/1954 wieder ein gedruckter Jahresbericht des Karl-Friedrich-Gymnasiums erscheinen konnte.


Mit der Neugründung nach dem Kriege beginnt sofort ein reges Verbandsleben mit alljährlich mehreren Vorträgen, Exkursionen und Zusammenkünften, außerdem kommt der Verband nun auch in eine vereinsrechtlich korrekte Verfassung. Auf Beschluss der Mitgliederversammlung im März 1955 wird der Verein am 19. August 1955 in das Vereinsregister eingetragen, die zugehörige neue Vereinssatzung stammt vom 24. Juni 1955. Im gleichen Jahr feierte dann der Altherrenverband am 24. September mit einem großen Festakt im Musensaal des Mannheimer Rosengartens sein 50-jähriges Bestehen. Die Festrede über „Das humanistische Gymnasium in den geistigen und sozialen Strömungen des 20. Jahrhunderts“ hielt Universitätsprofessor Dr. Franz Schnabel aus München, Mitglied des Altherrenverbandes und Ehrenbürger der Stadt Mannheim. Anlässlich der 50-Jahrfeier war zunächst auch die Enthüllung dreier neuer Gedenktafeln in der Vorhalle des Gymnasiums vorgesehen, die als Spende des Altherrenverbandes zur Erinnerung an die gefallenen und vermissten Schüler und Lehrer der Schule angebracht werden sollten. Da sich die Vorarbeiten zur Herstellung der Tafeln als sehr umfangreich erwiesen, konnte die Auslieferung erst sehr viel später erfolgen. Die feierliche Übergabe der Tafeln fand dann endlich am 20. Juli 1957 statt.


Der Altherrenverband war nun das geworden, was sich die Gründer ein halbes Jahrhundert vorher gewünscht hatten: Eine große Gemeinschaft in der Erinnerung an die Jugendjahre im Mannheimer Gymnasium und im Bewusstsein, dort eine hervorragende Ausbildung erfahren zu haben. Gefördert wurde dies auch durch das Zusammenwirken mehrerer Generationen im engeren Kreis der aktiven Mitglieder, wobei bis zur Mitgliederversammlung im April 1972 mit Prof. Robert Butschillinger sogar noch ein Mitglied des Gründerjahrgangs dem Vorstand als stellvertretender Vorsitzender angehörte. Die Gemeinschaftspflege durch Ausflüge, gesellige Zusammenkünfte, Veranstaltung von Vorträgen und gemeinsamen Besuchen von Veranstaltungen und Ausstellungen wie auch durch Aktivitäten zugunsten der Schule wurde nun in hohem Maße betrieben und hat sich bis in die Gegenwart auf hohem Niveau erhalten, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung.


Die außerordentlich zahlreichen Aktivitäten des Verbandes seit seiner Neugründung können hier nicht einzeln erwähnt werden, es überstiege den Rahmen dieser Festschrift. Der Bericht über die Zeit nach 1950 soll sich daher auf die besonderen Ereignisse des Vereinsgeschehens beschränken. Zunächst seien einige Beschlüsse der Mitgliederversammlung des Jahres 1968 erwähnt, die beispielhaft für die Aktivitäten des Verbandes zur Unterstützung der Schule zu nennen sind und auch bis in die Gegenwart noch nachwirken. In dieser Versammlung wurden zwei weitere Preise für Abiturienten gestiftet: Zum Gedächtnis an den zwei Jahre zuvor verstorbenen Historiker und ehemaligen Schüler des Gymnasiums Professor Dr. Franz Schnabel der Franz Schnabel-Preis für besondere Leistungen in Geschichte und aus Mitteln einer Stiftung des Mitgliedes Dr. med. Rudolf Christmann der Dr. Christmann-Preis für vorzüglich sportliche und zugleich schulische Leistungen. Die Mitgliederversammlung dieses Jahres beschloss auch, von nun an jährlich den Schuljahresbericht der Schule zum Versand an die Mitglieder zu erwerben und Mittel zum Aufbau einer Lehrsammlung antiker Kleinkunst bereitzustellen, wobei an die Beschaffung einiger Keramiken und einer Kleinbronce gedacht war. An dieser Stelle sei gleich auf einen weiteren, wesentlich später gestifteten Preis für die Abiturienten hingewiesen. Im Sommer 2001 stiftete das Mitglied des Altherrenverbandes Dr. habil Rolf Mohr einen ansehnlichen Betrag, aus dem alljährlich der Dr. Rolf Mohr-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der neuesten Geschichte vergeben werden soll.


Besondere Höhepunkte im Verbandsgeschehen waren natürlich die Feiern zum 75-jährigen und 100-jährigen Bestehen. 75 Jahre Altherrenverband wurde am 8. November 1980 mit einem festlichen Abend und am 9. November mit einem Festakt, beides im Musensaal des Rosengartens gefeiert. Im Mittelpunkt des reichhaltigen Festaktprogramms stand ein Vortrag des Altherrenverband-Mitgliedes Prof. Dr. Viktor Pöschl über das Thema „Humanismus – heute“. Das 100-jährige Bestehen wurde am 1. Oktober 2005 gefeiert, am Vormittag mit einem Festakt in der Großen Aula des Gymnasiums und später mit einem Festabend im großen Saal des Gesellschaftshauses der BASF in Ludwigshafen. Den Festvortrag am Vormittag hielt wieder ein Mitglied des Altherrenverbandes, doch dieses Mal ein Vertreter der Naturwissenschaften. Prof. Dr. Christian Haass, Alzheimer-Forscher an der Universität München und Leibnizpreisträger sprach über das Thema „Alzheimer – Volkskrankheit einer alternden Gesellschaft“.


Jeder Verein bedarf der Leitung durch einen Vorsitzenden und den dazugehörigen Vorstand. Die Nennung aller bisherigen Vorstandsmitglieder wäre umfangreich und auch erst für die Zeit nach der Neugründung im Jahr 1950 möglich. Namentlich sollen jedoch hier die sechs Vorsitzenden, die seit der Gründung den Verein geleitet haben bzw. leiten, erwähnt werden. Für die Zeit von der Gründung bis zum Jahr 1922 und für die Jahre 1943 bis 1949 ist leider die Zusammensetzung des Vorstandes nicht bekannt. Die Vorsitzenden seit 1922:


Wilhelm Caspari 1922 bis 1943

Kurt Brechter März 1950 bis März 1956

Dr. jur. Walther Schöffel März 1956 bis Mai 1975

Dr. Karl Albert Müller Mai 1975 bis März 1985

Erimar A. Chun März 1985 bis April 1996

Rudolf Günther seit April 1996

 

Eine erhebliche Erleichterung für die Vorstandsarbeit und auch für die Mitglieder insgesamt war die Umstellung der Mitglieder-Kartei auf elektronische Datenverarbeitung im Jahr 1974,

eine mit erheblichem Arbeitsaufwand erbrachte große Leistung von Erimar A. Chun, der von 1985 bis 1996 auch den Vorsitz im Verband übernahm. Das Mitgliederverzeichnis wird auch jetzt noch über diese Datei geführt.


Im Juni 1993 erhielt dann der Altherrenverband auf eigenen Antrag und nach entsprechender Anpassung der Vereinssatzung die Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Der Bescheid des Finanzamtes hierzu trägt den eindeutigen Vermerk: „Ich weise darauf hin, dass in der tatsächlichen Geschäftsführung des Vereins die Pflege der Geselligkeit und der Zusammengehörigkeit der Mitglieder nicht im Vordergrund stehen darf“. Das Fundament des Altherrenverbandes wird dennoch auch weiterhin die Zusammengehörigkeit der Absolventen des Karl-Friedrich-Gymnasiums und auch die Pflege der Gemeinschaft bleiben. Die Mittel des Vereins müssen allerdings jetzt überwiegend der Unterstützung der Schule dienen und dürfen nur zum geringen Teil zur Mitgliederverwaltung verwendet werden.


Schon lange stören sich viele Schülerinnen und Schüler an dem aus ihrer Sicht überholten Namen des Vereins. 1997 trug der Verband dieser Strömung Rechnung und bemühte sich in mehreren Mitgliederversammlungen um die Findung eines anderen Verbandsnamens. Doch ein damals nach kontroversen Debatten gewählter Name war nicht besonders attraktiv und konnte später auch nicht ins Vereinsregister aufgenommen werden. So sucht der Verein immer noch nach einem zugkräftigen neuen Namen, aber er bleibt in seinem Wesen bis heute das, was er seit seiner Gründung ist: Die Gemeinschaft ehemaliger Schülerinnen und Schüler des Karl-Friedrich-Gymnasiums Mannheim, die sich auch nach ihrer Schulzeit mit ihrer alten Schule identifizieren und sich durch ihre Mitgliedschaft in dieser Gemeinschaft weiterhin für diese Schule einsetzen.



Rudolf Günther

(Dieser Beitrag ist dem Jubiläumsband "200 Jahre Großherzogliches Lyceum - Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim" entnommen.)

 

 

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