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 Karl-Friedrich-Gymnasium und Altherrenverband des Gymnasiums

laden ein zum Vortrag
von

Prof. Dr. Klaus Ziemer

 

Polen auf dem Weg zum Autoritarismus?


am Montag, 29. Januar 2018 um 19.00 Uhr
im Raum E01 des Karl-Friedrich-Gymnasiums


Polen war 1989 Vorreiter bei der Einführung der Demokratie in Ostmittel- und Osteuropa. Die Transformation des politischen und des wirtschaftlichen Systems verlief vorbildlich. 1999 wurde Polen in die Nato, 2004 in die EU aufgenommen. Das Land durchläuft den größten wirtschaftlichen Modernisierungsprozess seiner Geschichte. Seit den Wahlen vom Herbst 2015 wachsen jedoch im In- und Ausland die Irritationen über die innenpolitische Entwicklung. Zunächst wurde das Verfassungsgericht ausgehebelt, dann die öffentlich-rechtlichen Medien unter Parteikontrolle gebracht, zuletzt übernahm der Justizminister die Kontrolle über die Gerichte. Die EU hat ein Verfahren nach Art. 7 des Lissabon-Vertrags eingeleitet.

Im Vortrag soll versucht werden zu erklären, welches Ziel der Chef der Regierungspartei PĆ—S, JarosĹ‚aw KaczyĹ„ski, kurz- und mittelfristig innen- und auĂźenpolitisch verfolgt und warum seine Partei bei Umfragen auf eine stabile Mehrheit von gut 40% kommt. Warum bleiben Proteste in der Gesellschaft begrenzt, welche Rolle spielt die parlamentarische Opposition und wie verhält sich die Katholische Kirche? Welche Folgen hat die Politik der polnischen Regierung fĂĽr die deutsch-polnischen Beziehungen? Auf diese und andere Fragen wird in Vortrag und Diskussion einzugehen sein.  


Klaus Ziemer, geb. 1946 in Heidelberg, KFG Mannheim 1957-66, Studium der Geschichte, Politischen Wissenschaft und Latein in Heidelberg und München, Staatsexamen 1970/72 in Heidelberg, 1972/73 Auditeur Libre du Troisième Cycle am Institut d’Etudes Politiques Paris. 1973-86 Wiss. Assistent an der Universität Heidelberg. Dort Promotion 1977, Habilitation 1985. 1986-1991 Vertretungsprofessuren an den Universitäten Essen, München, Mannheim und Trier. 1991-2011 Professor für Politikwissenschaft an der Universität Trier. 1998-2008 beurlaubt zur Leitung des Deutschen Historischen Instituts Warschau. Seit 1998 Professor für Politikwissenschaft an der Kardinal Stefan Wyszynski-Universität Warschau.

Forschungsschwerpunkte u.a.: Transformation postsozialistischer Gesellschaften, deutsch-polnische Beziehungen seit 1945. Zahlreiche Publikationen, u.a. „Das politische System Polens“.



                Dr. Alexander Sauter                             Rudolf GĂĽnther
                         Direktor des                               Vorsitzender des
            Karl-Friedrich-Gymnasiums                       Altherrenverbandes

 

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