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12.Orpheus Seminar, Jena

JĂ€hrlich findet in ganz Deutschland der Auswahlwettbewerb fĂŒr die IPHO, der internationalen Physikolympiade fĂŒr SchĂŒler, statt. Durch einen Aushang in der Schule wurde ich auf die erste Runde aufmerksam, an der in meinem Jahr knapp 1200 Anmeldungen erfolgten. Etwa zwei Wochen lang beschĂ€ftigte ich mich nachmittags mit den Aufgaben, was im Endeffekt bereits fĂŒr die zweite Runde gereicht hat, wobei ich insgesamt fĂŒnf Monate hĂ€tte nutzen können.

Aber allein schon durch meine Teilnahme an der ersten Runde, erhielt ich eine Einladung zum Orpheus Seminar. Das Orpheus Seminar ist eine umfassende Vorbereitung auf die IPHO und erfahrungsgemĂ€ĂŸ sind die fĂŒnf Finalisten, die dann Deutschland vertreten, auch beim Seminar gewesen.

Ich war bei dem 12.Orpheus Seminar, welcher vom 6. bis 9. Oktober 2016 in Jena in Zusammenarbeit mit der dortigen Hochschule und UniversitÀt stattfand.

Viele der 96 Teilnehmer kannten sich schon aus diversen anderen Programmen (ICHO, IMO, IBO, EJSO, IYPD, bwm, Jugend forscht und etliche anderen Förderprogramme), kamen oft von spezialisierten Hochbegabtenschulen und einige hatten sogar schon internationale Erfolge zu vermerken. Und wenn nicht, dann zumindest auf Bundesebene.

Dass man mit Leuten besonderer Art zu tun hatte blieb auch bei allgemeinen TĂ€tigkeiten nicht unbemerkt: alles wurde akribischer, aber auch komplizierter gehandhabt. Die erste Runde des Spiels „Mafia“ (der StandartbeschĂ€ftigung bei solchen Veranstaltungen) kam nicht vor 1,5h zu einem Ende.

Ganz zu schweigen davon, dass manche SchĂŒler den Doktortitel tragenden Vortragenden beim Thema „spezielle RelativitĂ€tstheorie“ verbesserten. Oder aus „Langeweile“ in Optik anfingen komplexe Aufgaben der theoretischen Mechanik zu rechnen. Allgemein kann man sagen, dass die Teilnehmer auch noch lange nach den VortrĂ€gen, teils bis spĂ€t in die Nacht, begeistert ĂŒber Themen aller Naturwissenschaften diskutiert haben. Das allgemeine Niveau der Exzellenz war greifbar.
Inhaltlich bestand das Seminar aus zehn Physikeinheiten (je 90 min). Diese belegte man in kleineren Gruppen und mussten vorher im Internet ausgesucht werden. Hierbei hatte man Auswahl von ĂŒber 50 Veranstaltungen, die quer von VortrĂ€gen zur Quantenphysik ĂŒber Experimenten zur Atomphysik bis hin zu Aufgabenseminaren zur speziellen RelativitĂ€tstheorie gingen.

Untergebracht waren wir im Internationalen JugendgĂ€stehaus, die Seminare fanden in der Ernst-Abbe-Hochschule statt, welche uns 9 SeminarrĂ€ume und einen Hörsaal zur VerfĂŒgung stellte. Von der Mensa des Studentenwerks ThĂŒringen wurden wir mit Mittagessen versorgt.
Am Freitag gab es Exkursionen, in denen Jena und die Physik außerhalb der Hochschule erkundet werden konnte. Neben FĂŒhrungen durch das Optische Museum, Labore des IAP und IPHT sowie das Applikationslabor der Jenoptik AG gab es - um mal etwas anderes als Physik zu sehen - den Besuch des Phyletischen Museums, des Botanischen Gartens sowie der Aussichtsplattform des Jentowers sowie eine Wanderung zum Bismarckturm mit Blick auf Jena.

Als Fazit: Ich habe auf jeden Fall neue Kenntnisse –inhaltlich sowie konzeptionell – und Erfahrungen gesammelt. Außerdem habe ich mir ĂŒber die vier Tage eine neue Herangehensweise an Probleme, die so nicht im Lehrplan stehen, aneignen können/mĂŒssen. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, denen man so nicht einfach auf der Straße begegnen wĂŒrde. Letztlich war das Seminar auch einfach durchweg interessant.


Daniel Fridljand


Herzlich bedanken möchte ich mich bei Herr Čule,
der mich in der ersten Runde betreut hat

www.orpheus-verein.de/seminare/
 
www.orpheus-verein.de/sites/default/files/veranstaltung/seminar-jena-2016/Zeitungsbericht_OTZ_SeminarJena.pdf

wettbewerbe.ipn.uni-kiel.de/ipho/anmeldung.html

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