Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Werkschau Kunst & Theater

Performance „Die Kiste“

Mitten auf der Bühne steht sie: Eine riesige Pappkiste. Was sie wohl birgt? Seltsame Geräusche kommen da raus. Was ist da nur drin? Oder sogar: Wer? Klopft darin etwa ein Herz? Wir horchen mal. Da rappelt es in der Kiste - Hilfe, schnell weg! Eine wütende Kiste? Ah, sie beruhigt sich wieder. Aber besser mal auf Abstand bleiben, hinsetzen, Ruhe bewahren, beobachten.

Hä? Da fliegen plötzlich ihre oberen Klappen auf und heraus schaut: Ein Finger? Eine ganze Hand. Was erzählt sie uns? Da taucht ein ganzer Kerl auf, - eine Spielfigur? Sie schient sich mechanisch zu einem Geräusch zu bewegen, eckig, abgehackt, immer schneller. Eine zweite Spielfigur taucht auf: Drückt bei der ersten den Aus-Schalter.  Sie drehen sich und sinken zurück ins Innere. Ruhe. Was nun?

Lasst uns mutig sein und sie auskippen. Die Spielfiguren? Nein, seltsame Wesen krabbeln da heraus. Erinnern an „Das Biest des Mr. Racine“ von Tomi Ungerer. Kann man diese Biester streicheln? Vielleicht sogar zähmen?

Wir entzaubern und feiern sie: Decken ab, Vorhang auf, die „Innereien der Kiste“ - Geräusch-Utensilien und Decken - auf einen kleinen Berg, die Kiste wird Krone,- eine feierliche Prozession dreht sich um sie. Bis sie sich über den heiligen Utensilien absenkt. Wir feiern weiter, tanzen den Kapybara-Tanz und entdecken die Kiste als Percussions-Instrument.  - Ende

Am Mittwoch, 8.7. zeigte die „große“ Theater-AG zur Eröffnung der Werkschau Kunst&Theater in unserer Aula ihre humorvolle Untersuchung einer riesigen Pappkiste mittels Körpersprache, Raumnutzung, chorischer und Solo-Bewegung, Tanz, selbst erzeugten Geräuschen und Tönen, ein paar alten Decken - Objekt-Theater, das ganz ohne Worte auskommt. Einen Tag zuvor fand die 1.Aufführung beim PLAY Schultheater-Treffen des NTM statt. Die Fotos hier sind vom PLAY-Auftritt und stammen vom Fotografen Christian Kleiner.

Ausgangs-, Dreh- und Angelpunkt war eine 130x 100x 120cm große Pappkiste, in der im Sommer 2025 neue Halbe-Rahmen angeliefert worden waren. Diese packten wir aus und bestückten sie mit Szenenbildern unseres schweren Weltuntergangs-Stücks „Zukünfte“. Flavia war plötzlich in einer der Kisten verschwunden und legte den Grundstein für unser neues kleines spielerisch-leichtes Stück.

Werkschau des Kunst-Leistungsfachs K2 im Anschluss an die Performance

Nachdem „meine“ 13 Schülerinnen in der K1 sich in der Fachpraxis malerisch, grafisch und fotografisch mit Landschaft und Stillleben auseinander gesetzt hatten, ein Schuljahr lang nach Ausdrucksformen suchend zwischen den Polen Abbild und Idee, ging es in der K2 um Körper, Raum, Bewegung.

Im Fokus der fachpraktischen Auseinandersetzung mit Rebecca Horns Performance- und kinetischer Kunst stand zunächst die eigene Körpererfahrung in der Aula zwischen den Polen Körper-Erweiterung, z.B durch Tücher oder Stöcke und Körper-Einschränkung durch Seile. Videos der in Kleingruppen erarbeiteten Choreografien zeigten meine Künstlerinnen im Kunstraum 205, den sie zudem mit Tüchern und Seilen als eigenen Erfahrungsraum für die Besucher*innen der Werkschau umgestaltet hatten.

Im „Zukunfts-Raum“, dem Nachbarraum 203, lud zentral eine Riesenmindmap zum Thema „Landschaft“ ein zum Mitmachen, Nachdenken und Weiterzeichnen oder-schreiben über die Zukunft der Natur. Darum gruppierten sich freie künstlerische Abschlusswerke zum Thema, den akustischen Hintergrund bildete eine Audiocollage meiner Künstlerinnen zu Zukunftsfragen.

Das gesamte 2.OG war bestückt mit Landschafts- und Stilllebenmalereien, Skizzen und Fotografien rund um unsere Schwerpunkt-Themen, ergänzt durch freie Arbeiten. Die Vitrinen zeigten „klassische“ Ton-Plastiken und Ton-Gips-Reliefs zum Thema menschliche Aktfigur in Bewegung, angeregt durch die Auseinandersetzung mit Berninis barocken figürlichen Skulpturen-Szenerien.

Vor den A-Räumen konnte anschließend rund ums Kalte Buffet gefeiert werden, umgeben von Leinwänden auf Staffeleien.

 
Text: Jutta Grell,

Fotos der Performance „Die Kiste“  PLAY-Schultheatertreffen am 7.7. im JNTM: Christian Kleiner

Fotos einzelner Kunst-Werke: Jutta Grell

Foto-Eindrücke der Werkschau Kunst: Hannah Bletzer