Zeugen der Zeitzeugen
Die Schrecken des Holocausts fühlen sich oft fern an - auch weil es kaum noch Zeitzeugen gibt. Um so dankbarer sind wir dafür, dass Zeugen der Zeitzeugen ihre Stimme erheben, zu jungen Menschen sprechen und so die Geschichtsbücher lebendig werden lassen.
Wir haben deshalb am 14.7.2026 Rita Althausen zu uns eingeladen, um vor den Religions-und Ethikkursen der 9. Klasse zu sprechen. Frau Althausen (*1954) ist die ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mannheim und die Tochter von Oskar Althausen (1919-2001), der 1940 von den Nationalsozialisten ins Internierungslager Gurs deportiert wurde. Anschaulich und sehr persönlich berichtete Frau Althausen vom Erleben ihres Vaters: vom Alltag nach 1933, der Pogromnacht 1938, den furchtbaren Bedingungen in den Lagern, aber auch unerwarteten Momenten der Menschlichkeit und schließlich von seiner Flucht nach Palästina. Ihr Appell an uns alle ist klar: Jeder von uns kann sich für ein friedliches, demokratisches Miteinander einsetzen - jeder von uns kann Brückenbauer werden.
Auch heute noch ist dieses Thema hochaktuell; auch heute noch werden Minderheiten diskriminiert und müssen um ihre Sicherheit fürchten. Anschläge wie auf den CSD in Berlin zeigen uns, dass unsere freiheitlich-demokratischen Werte leider keine Selbstverständlichkeit sind. Eine lebendige Erinnerungskultur kann uns helfen wach zu bleiben, nicht die Augen zu verschließen und uns jeden Tag aufs neue für Menschlichkeit einzusetzen.
Vielen Dank an Frau Althausen für diesen besondere Einblick und ihr langjähriges Engagement für Versöhnung und Gemeinschaft. Wer nicht dabei sein konnte, findet hier Links zu einem Video mit Oskar Althausen selbst und weiteren Informationen:
https://www.zeitzeugen-portal.de/personen/zeitzeuge/oscar_althausen/videos/LrQp7pqvsC8
Text und Foto: Redaktion Rasende Reporter