Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

TKUMAnnheim – Ein Einblick in jüdisches Leben

Im Rahmen einer schulischen Veranstaltung am 26.03.2026 besuchten wir, die Klassenstufen 10 und 11 des Karl-Friedrich-Gymnasiums, im Cineplex Mannheim den Dokumentarfilm „TKUMAnnheim – Jüdisches Leben² von 1945 bis heute“.

Was den Film für mich besonders gemacht hat, war der Perspektivwechsel, denn anders als häufig im schulischen Kontext, steht hier nicht primär die Zeit der Verfolgung im Mittelpunkt, sondern der Neuanfang danach. Der Titel „Tkuma“, welches aus dem Hebräischen übersetzt „Wiedergeburt" heißt, ist dabei nicht nur ein Begriff, sondern wird im Verlauf des Films tatsächlich greifbar, wodurch deutlich wird, dass dass jüdische Leben in Mannheim nach 1945 nicht einfach weiterbestand, sondern unter schwierigen Bedingungen neu aufgebaut werden musste.

Besonders gelungen fand ich die Verbindung von Orten und persönlichen Geschichten. Der Film nimmt die Zuschauer gewissermaßen mit auf eine Art Stadtführung durch Mannheim. Das geschieht jedoch nicht im klassischen Sinne, sondern durch die Augen von Menschen, die diese Orte mit eigenen Erfahrungen füllen, was dafür sorgt, dass Geschichte konkret und lokal erfahrbar gemacht wird.

Je weiter der Film fortschreitet, desto stärker rückt die Gegenwart in den Fokus, welche durch persönliche Berichte und Einblicke der Protagonisten veranschaulicht wird. Diese Einblicke in das heutige Gemeindeleben haben uns besonders gezeigt, wie vielfältig und lebendig jüdisches Leben in Mannheim heute ist, und gleichzeitig hervorgehoben, dass vieles davon im Alltag kaum sichtbar ist, obwohl es fest zur Stadt gehört.

Gerade diese Kombination aus historischen Entwicklungen, persönlichen Erzählungen und aktuellen Einblicken macht den Film aus. Ferner informiert dieser nicht nur, sondern schafft es auch, Interesse und Verständnis zu wecken, wobei er insgesamt eher beobachtend bleibt und damit die Menschen selbst sprechen lässt, was die Wirkung umso authentischer macht. Gleichzeitig führt diese zurückhaltende Erzählweise stellenweise dazu, dass einzelne Themen eher angerissen als vertieft werden, sodass man sich an manchen Punkten eine klarere Einordnung oder weiterführende Erläuterung gewünscht hätte, um bestimmte Zusammenhänge noch besser nachvollziehen zu können.

Besonders bereichernd war jedoch das anschließende Nachgespräch mit der Regisseurin Isabel Gathof sowie einigen der im Film auftretenden Protagonistinnen und Protagonisten. Dadurch bot sich die seltene Gelegenheit, nicht nur den Film zu sehen, sondern auch direkt mit den beteiligten Personen ins Gespräch zu kommen und weitere Hintergründe zur Entstehung des Projekts sowie zu einzelnen Themen des Films zu erfahren. Demzufolge hat der Austausch die Veranstaltung deutlich bereichert und dem Film eine zusätzliche persönliche Dimension gegeben.

Insgesamt war die Veranstaltung für mich nicht nur informativ, sondern vor allem bereichernd. Sie hat meinen Blick dafür geschärft, jüdisches Leben nicht nur als Teil der Vergangenheit zu sehen, sondern als selbstverständlichen Bestandteil unserer Gegenwart vor allem hier in Mannheim.

Text: Anesa Idrizi (11a)

Bilder: Anne Hartmann