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Religion am KFG

Fachbetreuer: OStR G. Demel / OStR' E. Weller

"Wer von Glauben keine Ahnung hat, glaubt am Ende fast alles.“

In diesem Satz wird die Bedeutung des Religionsunterrichtes in unserer pluralistischen Welt auf den Punkt gebracht.

 

Im konfessionellen Religionsunterricht in der Unterstufe lernen die Kinder ihre eigenen Traditionen kennen, sie erfahren etwas √ľber die √úberlieferung der Bibel und erhalten die M√∂glichkeit, sich selbst, den Menschen, im Spiegel biblischer Geschichten zu entdecken.

Konfessionelle Unterschiede werden thematisiert, bei konfessionell √ľbergreifenden Aktionen (Schulgottesdiensten, Kirchen- und Synagogenbesuchen, Schulfestprojekt) k√∂nnen die Kinder die konfessionelle Verschiedenheit als bereichernd erfahren und das konfessionelle Miteinander als Modell vers√∂hnter Verschiedenheit erleben.


Schon in der Unter- und fr√ľhen Mittelstufe lernen Sch√ľlerinnen und Sch√ľler die anderen monotheistischen Religionen kennen, wobei hier nie nur die abstrakte Besch√§ftigung, sondern immer auch die authentische Begegnung angestrebt wird. In diesem Zusammenhang ist es ein Gl√ľcksfall, dass es am KFG j√ľdischen Religionsunterricht gibt, die Fachschaft Religion bem√ľht sich um das Gespr√§ch und die immer engere Zusammenarbeit mit den Kollegen der j√ľdischen Religion.


Beim Thema andere Religionen erfahren die Sch√ľler, dass Respekt und Offenheit im Umgang mit anderen Religionen und Weltanschauungen unverzichtbar sind, dass Toleranz nicht Gleichg√ľltigkeit bedeutet, sondern die Bereitschaft zum Zuh√∂ren und kritischen Nachfragen beinhaltet und auch immer wieder ins Nachdenken √ľber eigene Positionen und Traditionen f√ľhren muss.


Eine wichtige Spur, die sich durch den Religionsunterricht zieht, ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen ethischen Fragestellungen, wobei immer wieder die Frage nach individueller Verantwortung und Handlungsm√∂glichkeiten gestellt wird. Die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Werten, Normen und ethischen Entw√ľrfen, sensibilisiert die Sch√ľler f√ľr latente Tendenzen in unserer Gesellschaft und macht sie m√ľndig, so dass sie selbst urteilen und verantwortlich handeln k√∂nnen.


Im Religionsunterricht geht es um die kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Bildern vom Menschen, von der Welt und von Religion. Dabei wird ausgegangen vom christlichen Menschenbild, das den Menschen als von Gott geliebt, wertvoll, aber nicht vollkommen und zu verantwortlichem Tun herausgefordert sieht.


Religionsunterricht ist keine Religions- und keine Ethikkunde, sondern positioneller Unterricht, der auf der √úberlieferung der Bibel und den verschiedenen konfessionellen Traditionen basiert, der philosophische Fragen, zeitgen√∂ssische Theologie und gelebten Glauben reflektiert. Indem der Unterricht die eigene Position immer wieder deutlich macht und kritisch befragt, hilft er Sch√ľlern, die verschiedensten weltanschaulichen und ethischen Entw√ľrfe auf ihre unausgesprochenen Voraussetzungen und Positionen hin zu befragen und diese zu erkennen.


Der Religionsunterricht m√∂chte die Sch√ľler begleiten, sie in ihrer Entwicklung st√§rken, sich mit ihnen zusammen den letzten Fragen stellen und sie m√ľndig machen, ihren eigenen Weg zu gehen, er m√∂chte sie kritisch machen gegen√ľber religi√∂sen, politischen oder pseudowissenschaftlichen fundamentalistischen Positionen


In diesem Sinne ist Religionsunterricht ist wichtig, denn wer von Religion keine Ahnung hat, glaubt am Ende fast alles.


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