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Geschichte des Vereins

Verbundenheit ĂŒber Generationen:

Die Gemeinschaft der ehemaligen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, der 1905 gegrĂŒndete Altherrenverband


Der Umzug des Großherzoglichen Gymnasiums im Juli 1899 aus den RĂ€umen des ehemaligen Jesuitenkollegs an der Jesuitenkirche in das neue GebĂ€ude am Wasserturm erfolgte zu einer Zeit, in der die Stadt Mannheim ihr zweites goldenes Zeitalter erlebte. Die Euphorie dieser Jahre, der Unterricht in der prĂ€chtig und modern ausgestatteten neuen Schule sowie die Erwartung einer erfolgreichen beruflichen Zukunft als Absolventen eines Gymnasiums verstĂ€rkten unter den Gymnasiasten das Selbstbewusstsein und gleichermaßen auch das ZusammengehörigkeitsgefĂŒhl. Es lag daher nahe, die Gemeinschaft unter den SchĂŒlern des Gymnasiums auch nach der Schulzeit in einer den einzelnen Klassenverband ĂŒberschreitenden Absolventen-Vereinigung zu pflegen.


Im Jahr 1901 unternahm Oskar Wacker einen ersten Versuch zur Bildung eines Verbandes ehemaliger SchĂŒler des Gymnasiums, scheiterte aber mit diesem Vorhaben. Den Abiturienten des Jahres 1905 gelang es dann endlich, einen entsprechenden Verein zu grĂŒnden. Die Initiative hierzu ging von Joseph Ahlhaus aus, als weitere MitbegrĂŒnder werden Robert Butschillinger, Adolf ElsĂ€sser, Joseph Gentil und Florian Waldeck genannt. Man orientierte sich am Vorbild der Studentenverbindungen, deren Mitglieder nach Abschluss des Studiums als „Alte Herren“ bezeichnet wurden und auch heute noch werden, und gab dem Verein den Namen „Alt-Herren-Verband des Karl-Friedrich-Gymnasiums Mannheim“.


Die Ursache fĂŒr das Misslingen der GrĂŒndung im Jahr 1901 ist nicht ĂŒberliefert. Ein Blick in die neue Schulordnung des Karl-Friedrich-Gymnasiums aus dem Jahr 1905 lĂ€sst allerdings vermuten, dass der erste GrĂŒndungsversuch 1901 von den Abiturienten ohne Abstimmung mit der Schulleitung unternommen wurde und daher zu Unstimmigkeiten fĂŒhrte. Denn ein in die Schulordnung neu aufgenommener § 27, der die GrĂŒndung von Vereinen mit Bezug zum KFG regelt, lautet: „Die GrĂŒndung von Vereinen und Vereinigungen zu irgend welchen Zwecken unter den SchĂŒlern und der Beitritt von SchĂŒlern zu solchen, sowie die Beteiligung von SchĂŒlern an der Herausgabe und Verbreitung von Druckerzeugnissen jeder Art, ferner die Veranstaltung oder Vornahme von Sammlungen unter den SchĂŒlern zu irgend welchem Zweck sind ohne besondere Genehmigung des Unterrichtsministeriums untersagt.“

 

Aus der GrĂŒndungszeit und dem ersten Jahrzehnt des Bestehens des neuen Verbandes gibt es nur wenige Dokumente. Es ist ĂŒberliefert, dass die GrĂŒndungsversammlung in der alten „BĂ€ckerinnung“ stattfand, nicht jedoch, wer in den Jahren nach der GrĂŒndung den Vorsitz im Alt-Herren-Verband ĂŒbernahm und wie der Vorstand zusammengesetzt war. Auch das exakte GrĂŒndungsdatum ist nicht bekannt. Da die Unterlagen des Mannheimer Vereinsregisters in den Flammen des zweiten Weltkrieges vernichtet wurden, ist auch nicht zu erfahren, ob und wann der Verein am Registergericht angemeldet wurde. Die GrĂŒndung des Verbandes kann daher nur anhand der gedruckt vorliegenden Ansprachen anlĂ€sslich des 25-jĂ€hrigen Bestehens des Verbandes, das am 4. und 5. Oktober 1930 gefeiert wurde, auf Oktober 1905 datiert werden. Aus der bei dieser Feier gehaltenen Ansprache des Geheimen Hofrates Wilhelm Caspari, des Vorsitzenden des Verbandes geht auch hervor, dass der Alt-Herren-Verband bis zum ersten Weltkrieg auf 320 Mitglieder angewachsen, in den Kriegsjahren jedoch jegliche VereinstĂ€tigkeit zum Erliegen gekommen war. Das Weiterbestehen des Vereins zeigte sich in dieser Zeit nur in einem Sparkassenbuch, dessen Bestand von 329 alter Goldmark auf 64,59 Reichsmark des Jahres 1930 abgewertet wurde.


Nach dem Krieg musste mit der Vereinsarbeit neu begonnen werden. Es ist anzunehmen, dass der Verband erst 1922 richtig Auftrieb erhielt, als Wilhelm Caspari nach seinem Ausscheiden als Direktor des Karl-Friedrich-Gymnasiums den Vorsitz ĂŒbernahm, den er bis zu seinem Tode im Jahre 1943 beibehielt. Durch eifriges Werben stieg die Zahl der Mitglieder von 1923 bis 1930 auf 840. Aus den Jahren 1926 und 1928 sind Mitgliederverzeichnisse erhalten, die Aufschluss ĂŒber Mitgliederzahl und Vereinsstruktur geben. Die Mitgliederliste des Jahres 1926 zeigt, dass noch 21 Jahre nach GrĂŒndung des Verbandes nahezu die HĂ€lfte der Mitglieder ihr Abitur vor dem GrĂŒndungsjahr abgelegt hatten, der Älteste, Geheimer Regierungsrat Ludwig Mathy sogar schon 1868. Dem Verband gehörten 1926 insgesamt 623 Mitglieder an, davon nur 320, die 1905 oder spĂ€ter ihr Abitur abgelegt hatten. Unter den 320 Ehemaligen der AbiturjahrgĂ€nge 1905 bis 1926 befanden sich 10 Frauen; dies scheint wenig zu sein. Die Mehrzahl der Abiturientinnen war offensichtlich erst spĂ€ter zum Eintritt in den Altherrenverband bereit, denn in einer Zusammenfassung der Mitgliederverzeichnisse von 1926 und 1964 findet man 27 ehemalige SchĂŒlerinnen aus der Zeit zwischen 1906 und 1926, darunter die beiden ersten, mit MĂ€dchennamen Elisabeth Dietz und Toni Fischer, die am 14. Juli 1906 ihr Reifezeugnis erhielten und auch in diesem Jahr dem Verband beitraten. Bei einem kursorischen Vergleich der Jahrgangszahlen in den alten Schuljahresberichten und den Mitgliederlisten des Altherrenverbandes gewinnt man den Eindruck, dass prozentual wesentlich mehr MĂ€dchen als Knaben „Alte Herren“ wurden, oft alle in einem Jahrgang.


Von Anbeginn seines Bestehens gehörte zu den Zielen des Verbandes neben der Pflege der Geselligkeit unter den ehemaligen SchĂŒlern besonders auch die UnterstĂŒtzung der Schule in ideeller und materieller Weise. Aus den Jahren vor 1914 sind mehrere Presseberichte ĂŒber Spenden des Alt-Herren-Verbandes an das Karl-Friedrich-Gymnasium erhalten. So heißt es im Bericht ĂŒber das Spielfest des Großherzoglichen Karl-Friedrich-Gymnasiums anlĂ€sslich des Geburtstages des Großherzogs im Jahr 1912. „Am Schluss nahm Herr Direktor Caspari die Preisverteilung vor. Als Spende des Alt-Herren-Verbandes des Mannheimer Gymnasiums, der sein Interesse fĂŒr das Karl-Friedrich-Gymnasium auch bei dieser Gelegenheit wieder auf eine schöne Weise bekundete, hat man 12 hĂŒbsche Preise fĂŒr die Sieger der EinzelwettkĂ€mpfe aussetzen können.“


FĂŒr die Zeit ab Beginn des ersten Weltkrieges bis zur Mitte der Zwanzigerjahre liegen keine Dokumente ĂŒber das Wirken des Alt-Herren-Verbandes vor. Allein die Aussagen von Hofrat Wilhelm Caspari in seiner Ansprache zum 25-jĂ€hrigen Bestehen des Verbandes geben einen kleinen Überblick ĂŒber die Mitgliederentwicklung. Auch auf die ArchivbestĂ€nde des Alt-Herren-Verbandes kann nicht mehr zurĂŒckgegriffen werden, da dieses Archiv den Bomben des zweiten Weltkrieges zum Opfer gefallen ist. Als eines der wenigen Dokumente liegt die Einladung des Karl-Friedrich-Gymnasiums zur Einweihungsfeier der vom Alt-Herren-Verband gestifteten Gedenktafeln fĂŒr die im Weltkrieg 1914 bis 1918 gefallenen Lehrer und SchĂŒler der Anstalt vor, in der sich erstmals nach langer Zeit wieder ein Hinweis auf die TĂ€tigkeit des Verbandes findet. In der Feier am Samstag, dem 31. Oktober 1925 in der Vorhalle des GymnasiumsgebĂ€udes enthĂŒllt der Vorsitzende des Alt-Herren-Verbandes Geh. Hofrat Caspari die Tafeln und ĂŒbergibt sie an den Direktor der Schule Dr. Hermann Rieger. In der zweiten HĂ€lfte der Zwanzigerjahre sind ein AufblĂŒhen der VerbandstĂ€tigkeit und auch das BemĂŒhen des Vereins um höhere Mitgliederzahlen zu erkennen. Die Mitgliederverzeichnisse aus den Jahren 1926 und 1928 geben hiervon ein deutliches Zeugnis.


Ein erster Höhepunkt der Verbandsgeschichte war das „Stiftungs- und Wiedersehensfest des Alt-Herren-Verbandes des Mannheimer Karl-Friedrich-Gymnasiums“ das am 4. und 5. Oktober 1930 aus Anlass des 25-jĂ€hrigen Bestehens des Vereins in den RĂ€umen des Friedrichsparks gefeiert wurde. Die Festansprachen des Verbandsvorsitzenden, Hofrat Wilhelm Caspari sowie des Rechtsanwalts Joseph Gentil als Sprecher der ehemaligen SchĂŒler und des Direktors Dr. Hermann Rieger liegen in gedruckter Form vor und vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Einstellung zur humanistischen Bildung in damaliger Zeit. Die JubilĂ€umsfeier, ĂŒber die auch in der Presse ausfĂŒhrlich berichtet wurde, wirkte offensichtlich auch als Signal fĂŒr ein reges Verbandsleben im folgenden Jahrzehnt. In Jahresberichten wird nun ausfĂŒhrlich ĂŒber die Jahresversammlungen informiert, daneben enthalten die Berichte auch Übersichten ĂŒber die im zurĂŒckliegenden Jahr stattgefundenen ZusammenkĂŒnfte, Vortragsveranstaltungen und AusflĂŒge. Zu erwĂ€hnen ist aus dem Jahresbericht 1933/34, dass das Ende des Verbandsjahres auf das Ende des Kalenderjahres 1934 verlegt wurde, und aus der Mitgliederversammlung am 26. Januar 1938, dass ab nun der jeweilige Direktor des Gymnasiums in den Vorstand berufen werden soll, um das Gymnasium enger mit dem Verband zu verknĂŒpfen. Direktor Dr. Krakert war der erste Schulleiter, der Mitglied im Vorstand wurde. Zum Ende des Jahrzehnts erscheint noch einmal ein Jahresbericht, dann wird es still um den Alt-Herren-Verband. Der zweite Weltkrieg fordert auch hier seinen Tribut.


Die erste Mitgliederversammlung nach dem Krieg und nach der „Wiedererrichtung des Verbandes“ fand am 20. MĂ€rz 1950 im Nebenzimmer des Schlosshotels in Mannheim statt und erstmals nach zehnjĂ€hriger Unterbrechung erschien fĂŒr die Jahre 1949/1950 wieder ein Jahresbericht des Verbandes. Erhebliche Vorarbeit musste hierzu geleistet werden, denn die alte noch von Geheimrat Caspari angelegte Mitgliederkartei erwies sich weitgehend als unbrauchbar, da von 1000 Anschriften nur etwa 150 noch stimmten. Trotzdem war es gelungen, bis MĂ€rz 1950 wieder ĂŒber 300 Mitglieder zu sammeln, von denen 48 an dieser ersten Mitgliederversammlung teilnahmen. Finanziell war der Verband jetzt mehr denn je auf die Zahlungsbereitschaft seiner Mitglieder angewiesen. Die WĂ€hrungsreform hatte das laufende Konto zum Verschwinden gebracht, das Vermögen in Form eines Wertpapierdepots war eingefroren. Dennoch fasste die Mitgliederversammlung in dieser ersten Versammlung den bis heute noch nachwirkenden Beschluss, ab sofort alljĂ€hrlich zwei neue Abiturpreise zu vergeben: Den Wilhelm Caspari-GedĂ€chtnispreis, der in Gestalt eines wertvollen Buches an den Abiturienten mit den besten Leistungen in den klassischen Sprachen zu vergeben sei, und den Hermann Gropengießer-GedĂ€chtnispreis fĂŒr den Abiturienten mit hervorragenden Leistungen in Geschichte und Geographie.


Ab 1950 ging es mit dem „Altherrenverband“ krĂ€ftig aufwĂ€rts. Von nun an wĂ€hlt man auch eine neue Schreibweise des Vereinsnamens! WĂ€hrend der Verein im Jahresbericht 1949/50 noch den Namen Alt-Herren-Verband trĂ€gt, heißt er im Jahresbericht 1951 erstmals und bis heute Altherrenverband. Ein Beschluss hierzu ist nicht dokumentiert, offensichtlich geschah die Umwandlung des Namens im Zusammenhang mit der „Wiedererrichtung des Verbandes“. RegelmĂ€ĂŸig erscheinen jetzt Jahresberichte des Altherrenverbandes. Die Berichte 1951 bis 1953 enthielten auch den Bericht des Direktors des Karl-Friedrich-Gymnasiums ĂŒber das jeweils abgelaufene Schuljahr, da die Schule zur Herausgabe eines Jahresberichtes finanziell selbst nicht in der Lage war. Doch bereits im Jahresbericht 1951 des Altherrenverbandes wird die Absicht des Vereins bekundet, möglichst viele der Aufgaben, die vor dem Kriege zum Programm des Verbandes gehörten, bald wieder zu ĂŒbernehmen, darunter auch eine Beihilfe an die Leitung des Gymnasiums zur alljĂ€hrlichen Drucklegung eines Jahresberichtes. Schon auf der Jahresversammlung am 26. MĂ€rz 1954 konnte beschlossen werden, diesen Zuschuss erneut zu gewĂ€hren, sodass fĂŒr das Schuljahr 1953/1954 wieder ein gedruckter Jahresbericht des Karl-Friedrich-Gymnasiums erscheinen konnte.


Mit der NeugrĂŒndung nach dem Kriege beginnt sofort ein reges Verbandsleben mit alljĂ€hrlich mehreren VortrĂ€gen, Exkursionen und ZusammenkĂŒnften, außerdem kommt der Verband nun auch in eine vereinsrechtlich korrekte Verfassung. Auf Beschluss der Mitgliederversammlung im MĂ€rz 1955 wird der Verein am 19. August 1955 in das Vereinsregister eingetragen, die zugehörige neue Vereinssatzung stammt vom 24. Juni 1955. Im gleichen Jahr feierte dann der Altherrenverband am 24. September mit einem großen Festakt im Musensaal des Mannheimer Rosengartens sein 50-jĂ€hriges Bestehen. Die Festrede ĂŒber „Das humanistische Gymnasium in den geistigen und sozialen Strömungen des 20. Jahrhunderts“ hielt UniversitĂ€tsprofessor Dr. Franz Schnabel aus MĂŒnchen, Mitglied des Altherrenverbandes und EhrenbĂŒrger der Stadt Mannheim. AnlĂ€sslich der 50-Jahrfeier war zunĂ€chst auch die EnthĂŒllung dreier neuer Gedenktafeln in der Vorhalle des Gymnasiums vorgesehen, die als Spende des Altherrenverbandes zur Erinnerung an die gefallenen und vermissten SchĂŒler und Lehrer der Schule angebracht werden sollten. Da sich die Vorarbeiten zur Herstellung der Tafeln als sehr umfangreich erwiesen, konnte die Auslieferung erst sehr viel spĂ€ter erfolgen. Die feierliche Übergabe der Tafeln fand dann endlich am 20. Juli 1957 statt.


Der Altherrenverband war nun das geworden, was sich die GrĂŒnder ein halbes Jahrhundert vorher gewĂŒnscht hatten: Eine große Gemeinschaft in der Erinnerung an die Jugendjahre im Mannheimer Gymnasium und im Bewusstsein, dort eine hervorragende Ausbildung erfahren zu haben. Gefördert wurde dies auch durch das Zusammenwirken mehrerer Generationen im engeren Kreis der aktiven Mitglieder, wobei bis zur Mitgliederversammlung im April 1972 mit Prof. Robert Butschillinger sogar noch ein Mitglied des GrĂŒnderjahrgangs dem Vorstand als stellvertretender Vorsitzender angehörte. Die Gemeinschaftspflege durch AusflĂŒge, gesellige ZusammenkĂŒnfte, Veranstaltung von VortrĂ€gen und gemeinsamen Besuchen von Veranstaltungen und Ausstellungen wie auch durch AktivitĂ€ten zugunsten der Schule wurde nun in hohem Maße betrieben und hat sich bis in die Gegenwart auf hohem Niveau erhalten, wenn auch in unterschiedlicher AusprĂ€gung.


Die außerordentlich zahlreichen AktivitĂ€ten des Verbandes seit seiner NeugrĂŒndung können hier nicht einzeln erwĂ€hnt werden, es ĂŒberstiege den Rahmen dieser Festschrift. Der Bericht ĂŒber die Zeit nach 1950 soll sich daher auf die besonderen Ereignisse des Vereinsgeschehens beschrĂ€nken. ZunĂ€chst seien einige BeschlĂŒsse der Mitgliederversammlung des Jahres 1968 erwĂ€hnt, die beispielhaft fĂŒr die AktivitĂ€ten des Verbandes zur UnterstĂŒtzung der Schule zu nennen sind und auch bis in die Gegenwart noch nachwirken. In dieser Versammlung wurden zwei weitere Preise fĂŒr Abiturienten gestiftet: Zum GedĂ€chtnis an den zwei Jahre zuvor verstorbenen Historiker und ehemaligen SchĂŒler des Gymnasiums Professor Dr. Franz Schnabel der Franz Schnabel-Preis fĂŒr besondere Leistungen in Geschichte und aus Mitteln einer Stiftung des Mitgliedes Dr. med. Rudolf Christmann der Dr. Christmann-Preis fĂŒr vorzĂŒglich sportliche und zugleich schulische Leistungen. Die Mitgliederversammlung dieses Jahres beschloss auch, von nun an jĂ€hrlich den Schuljahresbericht der Schule zum Versand an die Mitglieder zu erwerben und Mittel zum Aufbau einer Lehrsammlung antiker Kleinkunst bereitzustellen, wobei an die Beschaffung einiger Keramiken und einer Kleinbronce gedacht war. An dieser Stelle sei gleich auf einen weiteren, wesentlich spĂ€ter gestifteten Preis fĂŒr die Abiturienten hingewiesen. Im Sommer 2001 stiftete das Mitglied des Altherrenverbandes Dr. habil Rolf Mohr einen ansehnlichen Betrag, aus dem alljĂ€hrlich der Dr. Rolf Mohr-Preis fĂŒr herausragende Leistungen auf dem Gebiet der neuesten Geschichte vergeben werden soll.


Besondere Höhepunkte im Verbandsgeschehen waren natĂŒrlich die Feiern zum 75-jĂ€hrigen und 100-jĂ€hrigen Bestehen. 75 Jahre Altherrenverband wurde am 8. November 1980 mit einem festlichen Abend und am 9. November mit einem Festakt, beides im Musensaal des Rosengartens gefeiert. Im Mittelpunkt des reichhaltigen Festaktprogramms stand ein Vortrag des Altherrenverband-Mitgliedes Prof. Dr. Viktor Pöschl ĂŒber das Thema „Humanismus – heute“. Das 100-jĂ€hrige Bestehen wurde am 1. Oktober 2005 gefeiert, am Vormittag mit einem Festakt in der Großen Aula des Gymnasiums und spĂ€ter mit einem Festabend im großen Saal des Gesellschaftshauses der BASF in Ludwigshafen. Den Festvortrag am Vormittag hielt wieder ein Mitglied des Altherrenverbandes, doch dieses Mal ein Vertreter der Naturwissenschaften. Prof. Dr. Christian Haass, Alzheimer-Forscher an der UniversitĂ€t MĂŒnchen und LeibnizpreistrĂ€ger sprach ĂŒber das Thema „Alzheimer – Volkskrankheit einer alternden Gesellschaft“.


Jeder Verein bedarf der Leitung durch einen Vorsitzenden und den dazugehörigen Vorstand. Die Nennung aller bisherigen Vorstandsmitglieder wĂ€re umfangreich und auch erst fĂŒr die Zeit nach der NeugrĂŒndung im Jahr 1950 möglich. Namentlich sollen jedoch hier die sechs Vorsitzenden, die seit der GrĂŒndung den Verein geleitet haben bzw. leiten, erwĂ€hnt werden. FĂŒr die Zeit von der GrĂŒndung bis zum Jahr 1922 und fĂŒr die Jahre 1943 bis 1949 ist leider die Zusammensetzung des Vorstandes nicht bekannt. Die Vorsitzenden seit 1922:


Wilhelm Caspari 1922 bis 1943

Kurt Brechter MĂ€rz 1950 bis MĂ€rz 1956

Dr. jur. Walther Schöffel MÀrz 1956 bis Mai 1975

Dr. Karl Albert MĂŒller Mai 1975 bis MĂ€rz 1985

Erimar A. Chun MĂ€rz 1985 bis April 1996

Rudolf GĂŒnther seit April 1996

 

Eine erhebliche Erleichterung fĂŒr die Vorstandsarbeit und auch fĂŒr die Mitglieder insgesamt war die Umstellung der Mitglieder-Kartei auf elektronische Datenverarbeitung im Jahr 1974,

eine mit erheblichem Arbeitsaufwand erbrachte große Leistung von Erimar A. Chun, der von 1985 bis 1996 auch den Vorsitz im Verband ĂŒbernahm. Das Mitgliederverzeichnis wird auch jetzt noch ĂŒber diese Datei gefĂŒhrt.


Im Juni 1993 erhielt dann der Altherrenverband auf eigenen Antrag und nach entsprechender Anpassung der Vereinssatzung die Anerkennung als gemeinnĂŒtziger Verein. Der Bescheid des Finanzamtes hierzu trĂ€gt den eindeutigen Vermerk: „Ich weise darauf hin, dass in der tatsĂ€chlichen GeschĂ€ftsfĂŒhrung des Vereins die Pflege der Geselligkeit und der Zusammengehörigkeit der Mitglieder nicht im Vordergrund stehen darf“. Das Fundament des Altherrenverbandes wird dennoch auch weiterhin die Zusammengehörigkeit der Absolventen des Karl-Friedrich-Gymnasiums und auch die Pflege der Gemeinschaft bleiben. Die Mittel des Vereins mĂŒssen allerdings jetzt ĂŒberwiegend der UnterstĂŒtzung der Schule dienen und dĂŒrfen nur zum geringen Teil zur Mitgliederverwaltung verwendet werden.


Schon lange stören sich viele SchĂŒlerinnen und SchĂŒler an dem aus ihrer Sicht ĂŒberholten Namen des Vereins. 1997 trug der Verband dieser Strömung Rechnung und bemĂŒhte sich in mehreren Mitgliederversammlungen um die Findung eines anderen Verbandsnamens. Doch ein damals nach kontroversen Debatten gewĂ€hlter Name war nicht besonders attraktiv und konnte spĂ€ter auch nicht ins Vereinsregister aufgenommen werden. So sucht der Verein immer noch nach einem zugkrĂ€ftigen neuen Namen, aber er bleibt in seinem Wesen bis heute das, was er seit seiner GrĂŒndung ist: Die Gemeinschaft ehemaliger SchĂŒlerinnen und SchĂŒler des Karl-Friedrich-Gymnasiums Mannheim, die sich auch nach ihrer Schulzeit mit ihrer alten Schule identifizieren und sich durch ihre Mitgliedschaft in dieser Gemeinschaft weiterhin fĂŒr diese Schule einsetzen.



Rudolf GĂŒnther

(Dieser Beitrag ist dem JubilĂ€umsband "200 Jahre Großherzogliches Lyceum - Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim" entnommen.)

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